Tuesday, August 08, 2006

Neulich...

Neulich...

meldete sich telefonisch eine Interessentin für unseren Notfallkater „Eddie“ an: Samstagvormittag – 11.00 Uhr. Pünktlich erschien sie, gemeinsam mit einer Freundin. Ich zeigte ihnen alle Katzen – nacheinander und jeden mit seiner Geschichte. Ich erzählte und erzählte...
Fast am Ende angelangt sagte die Freundin mit betretenem Gesichtsausdruck: „ Mein Gott – was für traurige Geschichten. Ich weiß nicht, ob ich hier arbeiten könnte...“

Ups – sie erwischt mich auf dem falschen Fuß,
denn - ich gebe es ehrlich zu – manchmal, wenn es all zu arg kommt, frage ich mich ernsthaft, wie lange ich das noch ertragen kann...

Aber dann gibt es ja noch Menschen wie die Interessentin für Eddie.
Obwohl er – wie angekündigt – ihr nicht sein Herz entgegenwirft und sich köpfelnd an sie heranschmeißt, entscheidet sie sich für ihn. Sie möchte Beziehungsarbeit leisten – sie möchte keine allzeit bereite Schmusekatze, denn diese haben sehr gute Vermittlungschancen.

Nun hat sie EddieJ
Und da sind sie wieder: Meine Lebensgeister!

Die traurigen Geschichten werden wahrscheinlich nie enden, ABER sie nehmen doch meistens ein gutes Ende, weil es Menschen wie Eddie-Frau gibt,
weil es zwar viele gibt die immer nur nehmen
ABER
auch immer wieder viele die auch geben!
Weil es Minus gibt, aber auch Plus...
Sich selbst im Einklang mit mehr Plus als Minus zu bringen ist an manchen Tagen eine Kunst, die nicht immer gelingt –
ABER dann kommen Menschen wie Eddie-Frau und man ist wieder auf der emotionalen Plus-Seite.

Ich lese gerade Michael Aufhausers (Gründer von Gut Aiderbichl) Buch: „Umdenken mit Herz“. (Bis zum 10.08. läuft die Doku - Soap „Die Tierretter von Aiderbichl“ im ARD Abendprogramm um 18.50 Uhr.)
Entgegen meiner Erwartung von herzzerreißenden Mensch-Tier Geschichten hält das Buch das, was der Klappentext verspricht:
In seinen Aiderbichler Kolumnen verführt uns Michael Aufhauser ohne erhobenen Zeigefinger, sondern gewitzt und mit viel Temperament zum Nachdenken und erinnert uns an die Werte christlicher Kultur.

Eben noch in das Buch vertieft lande ich auf S. 123 : “...Manchmal gehe ich dann auf mein Zimmer und glaube, vielleicht hatte Gott zwei Gedanken: Der eine war die Arche Noah und die andere war Kotelett. Aber dann sage ich mir: Leben lieben. Aiderbichl. Wir müssen Lösungen finden. Arbeiten und nicht verzweifeln. Don’t cry – work!
Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen…”

That’s it!
Lösungen finden,
mehr Power als Trauer –
mehr Hoffen als Bangen!

In diesem Sinne ein herzliches Danke an alle Eddie-Frau – Menschen dieser Welt!

Ihre Heidi Lammers
vom Tierheim – Hilden Team

1 Comments:

At Sunday, October 15, 2006 1:56:00 AM, Anonymous Nicole said...

Hallo! Es ist schön zu lesen, dass es noch Tierheime und somit Pfleger gibt, die dem Anschein nach danach bestrebt sind, ihre Tiere zu vermitteltn. Wir machen da leider derzeit ganz andere Erfahrungen. Also bitte nicht aufhören für die Tiere zu arbeiten, auf die Menschen zuzugehen, freundlich und offen die - wenn auch traurigen - Geschichten zu erzählen, eben FÜR die Tiere! Alles Gute... und wer weiß, vielleicht finden wir unseren "Liebling" eines Tages bei euch im Tierheim.

 

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